{"id":2623,"date":"2014-12-06T21:29:44","date_gmt":"2014-12-06T20:29:44","guid":{"rendered":"http:\/\/bo7h1yube.preview.infomaniak.website\/eine-grose-geschichte-der-kleinen-ajdina\/"},"modified":"2024-07-22T23:21:48","modified_gmt":"2024-07-22T21:21:48","slug":"eine-grose-geschichte-der-kleinen-ajdina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schenken-sie-kindern-gehoer.net\/en\/2014\/12\/eine-grose-geschichte-der-kleinen-ajdina\/","title":{"rendered":"Eine gro\u00dfe Geschichte der kleinen Ajdina<!--:--><!--:ru-->\u0411\u043e\u043b\u044c\u0448\u0430\u044f \u0438\u0441\u0442\u043e\u0440\u0438\u044f \u043c\u0430\u043b\u0435\u043d\u044c\u043a\u043e\u0439 \u0410\u0439\u0434\u0438\u043d\u044b<!--:--><!--:en-->Eine gro\u00dfe Geschichte der kleinen Ajdina<!--:-->"},"content":{"rendered":"\n\t<b>Ajdina Bekbulatova aus Bishkek (Kirgistan) bekam ihr Cochlea Implantat in St.P\u00f6lten, \u00d6sterreich.<\/b>\n <a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/bo7h1yube.preview.infomaniak.website\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/IMG_0356-400x8271-e1420548450344.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/bo7h1yube.preview.infomaniak.website\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/IMG_0356-400x8271-150x150.jpg?resize=150%2C150\" alt=\"Ajdina Bekbulatova\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Ajdina war schon fast zwei Jahre alt als Mama Nazgul und Papa Kanat verstehen mussten, dass ihr erstgeborenes und lang ersehntes Kind an Taubheit grenzend schwerh\u00f6rig sei. Nazgul erwartete ihr zweites Kind und haderte mit Gott: \u201eWarum hat er gerade uns einen so schweren Schicksalsschlag zugemutet?\u201c. Die Freude \u00fcber die baldige Geburt des Geschwisterchens wich der \u00fcberw\u00e4ltigenden Angst, auch dieses Kind k\u00f6nnte taub geboren werden.\u00a0\n<p><!--more--><\/p>\n<b>Schwere Zeiten f\u00fcr die Eltern<\/b>\nVater Kanat und Mama Nazgul nahmen in dieser schweren Situation alle ihre Kr\u00e4fte zusammen und unternahmen alles nur erdenkliche, um sich Informationen zu verschaffen und Hilfe zu suchen. Sie begriffen schnell, dass es ein Wettlauf mit der Zeit werden w\u00fcrde. Die H\u00f6rbehinderung von Ajdina hatten sie selbst und somit relativ sp\u00e4t erkannt. Ein neonatales H\u00f6rscreening wird in ihrem Heimatland nicht durchgef\u00fchrt, die Qualit\u00e4t der Diagnostik ist nicht auf dem neuesten Stand und eine Versorgung mit einem Cochlea Implantat ist noch an keiner einzigen Klinik in Kirgistan m\u00f6glich. \nDie Eltern teilten sich die Aufgabe. W\u00e4hrend Nazgul alle Quellen \u2013 vorwiegend im Internet \u2013 anzapfte und sich erkundigte, wo und zu welchen Preisen Cochlea Implantate eingesetzt werden, bem\u00fchte sich Kanat die erforderlichen finanziellen Mittel aufzutreiben. Zahlreiche Appelle an staatliche Stellen blieben unerh\u00f6rt. Kleinere Betr\u00e4ge kamen durch Spenden von Arbeitskollegen und Freunden zusammen. Um sicher zu gehen, dass die in Bishkek gestellte Diagnose auch richtig sei, reiste die Familie nach Kasachstan und erhielt an einer Privatklinik die Best\u00e4tigung und zugleich auch eine Preisvorstellung in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von US Dollar 35.000. Wie sollten sie diese Summe in absehbarer Zeit aufbringen? Kanat beschloss, ein Video \u00fcber die Geschichte seiner Tochter zu produzieren und darzustellen, wie isoliert und wie gef\u00e4hrdet die Kleine ist und bleiben wird, wenn sie nicht durch ein CI den Zugang zum H\u00f6ren bekommen kann. Dieses Video stellte er ins Internet und die Resonanz war sehr erfreulich. Es kamen 20.000 Dollar im Verlauf von zwei Jahren zusammen, aber es reichte noch lange nicht und die Zeit lief davon. \n<b>Ein Hoffnungsstrahl<\/b>\nAnastasiia Flanagan aus Kiew \u2013 eine Mitarbeiterin der Prof. Ernst Lehnhardt-Stiftung \u2013 sah das Video und ergriff die Initiative. Sie kontaktierte die Familie und stellte den ersten Kontakt mit mir her. Wir sprachen dann regelm\u00e4\u00dfig per Skype und diskutierten mehrere Alternativen. Zus\u00e4tzliche finanzielle Mittel mussten aufgebracht werden, damit auch die Langzeitversorgung von Ajdina sichergestellt werden konnte. \nKlaus Gollnick\u2013 Mitglied im Vorstand der Lehnhardt-Stiftung &#8211; sprach mit der Hilfsorganisation \u201eEin Herz f\u00fcr Kinder\u201c \u00fcber eine Kostenbeteiligung und war erfolgreich! Lilit Abrahamyan aus Armenien \u2013 eine weitere Mitstreiterin in unserem kleinen Team der Stiftung \u2013 half von Yerevan aus der Familie bei der Beschaffung aller notwendigen Unterlagen. \nDer Traum einer baldigen Versorgung von Ajdina wurde schlagartig wahr, als Prof. Dr. Georg Sprinzl spontan in einem Telefonat mit mir zusagte, die Operation an seinem Klinikum in St. P\u00f6lten kostenlos durchzuf\u00fchren. Nun galt es so schnell wie m\u00f6glich Visa zu besorgen. Nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten zeigte sich die deutsche Botschaft kooperativ, zun\u00e4chst wurden Visa f\u00fcr Ajdina und ihre Mutter ausgestellt, in einem zweiten \u201eAnlauf\u201c dann auch f\u00fcr den Vater und die kleine Schwester Zhanyl. \n<a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/bo7h1yube.preview.infomaniak.website\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/20141011145705-400x7111.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/bo7h1yube.preview.infomaniak.website\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/20141011145705-400x7111-226x300.jpg?resize=226%2C300\" alt=\"20141011145705-400x711\" width=\"226\" height=\"300\" \/><\/a>Lilit half bei der Beschaffung der Flugtickets und am Sonntag 28. September trat die ganze Familie ihre erste Reise ins Ausland an. Nach der Landung in Wien holte sie ein russisch-sprachiger Fahrer ab, um sie nach St. P\u00f6lten zu bringen. Dort hatte der Besitzer der Pension Elisabeth zugesagt, die Familie zu einem sehr g\u00fcnstigen Preis zu beherbergen. Sie wohnten in zwei Zimmern und konnten sich in einer kleinen K\u00fcche ihr eigenes Essen zubereiten. Die Tage vor der Operation waren dann f\u00fcr uns alle noch ziemlich aufregend. Eine Reihe von Untersuchungen mussten durchgef\u00fchrt und die Eltern \u00fcber alle Risiken der Operation aufgekl\u00e4rt werden (etwas, woran Eltern aus russisch-sprachigen L\u00e4ndern nicht gew\u00f6hnt sind). Dabei war dann \u00fcberaus wichtig, f\u00fcr eine genaue \u00dcbersetzung zu sorgen, da wie zu erwarten an dem Klinikum in St. P\u00f6lten niemand Russisch spricht. \n<b>D<\/b><b>er Weg in die Welt des H\u00f6rens ist frei <\/b>\nAm 1. Oktober \u2013 9 Tage vor dem 5. Geburtstag von Ajdina \u2013 war es dann so weit. Prof. Sprinzl, assistiert von seiner bezaubernden und kompetenten Ober\u00e4rztin Dr. Astrid Wolf-Magele, f\u00fchrte die Operation durch. Er tat dies mit einer beeindruckenden Sicherheit und nach weniger als einer Stunde konnten wir davon \u00fcberzeugt sein: Ajdina h\u00f6rt! \nDas zeigten die noch im Operationssaal durchgef\u00fchrten Messungen. Die strahlenden Augen der Mutter, als Prof. Sprinzl ihr die Nachricht \u00fcberbrachte, werden wir nicht vergessen. \nAjdina erholte sich binnen eines Tages und spielte schon wieder mit ihrer Schwester. Am \u00fcbern\u00e4chsten Tag durften sie bereits wieder in die Pension und blieben dort, bis zwei Wochen sp\u00e4ter die Erstanpassung des Sprachprozessors angesetzt wurde.<a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/bo7h1yube.preview.infomaniak.website\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/IMG_0331-1024x6661.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/bo7h1yube.preview.infomaniak.website\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/IMG_0331-1024x6661.jpg?resize=500%2C337\" alt=\"IMG_0331-1024x666\" width=\"500\" height=\"337\" \/><\/a> \nEs traf sich gut, dass ich gerade von einer Reise nach Armenien wieder nach Wien zur\u00fcckkam, und so lie\u00df ich es mir nicht nehmen, bei der Erstanpassung dabei zu sein. \n<b>Wir haben uns so viel zu sagen<\/b>\nAjdina ist die erste kleine CI Tr\u00e4gerin in ihrem Heimatland, die mit der neuesten Generation an Sprachprozessoren, dem Nucleus 6 der Firma Cochlear versorgt ist. Das Team in St.P\u00f6lten ist damit nat\u00fcrlich schon vertraut und hat das \u201eEinschalten\u201c routiniert und geschickt gestaltet. Dennoch hatte es Ajdina zun\u00e4chst einmal gar nicht gefallen. Sie fing laut zu weinen an und klammerte sich an ihre Mutter, die sie zu tr\u00f6sten versuchte. \n<a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/bo7h1yube.preview.infomaniak.website\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/IMG_0354-1024x6821.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/bo7h1yube.preview.infomaniak.website\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/IMG_0354-1024x6821-300x205.jpg?resize=300%2C205\" alt=\"IMG_0354-1024x682\" width=\"300\" height=\"205\" \/><\/a>Das aber gelang Zhanyl. Sie schien die Situation zu verstehen. Wie sie ihrer \u00e4lteren Schwester klar machte, dass sie keinen Grund zum Weinen sondern zur Freude hatte, war fast unglaublich. Mit ihrem kleinen Zeigefinger stupste sie Ajdina an \u201eDu\u201c, ihren Zeige- und Mittelfinger f\u00fchrte sie dann von ihren Augen \u00fcber ihre Wangen \u201eWeinen\u201c, mit ihrer ganzen kleinen Hand winkte sie ab \u201eNicht\u201c, griff sich an ihr Ohr \u201eH\u00f6ren\u201c und hielt ihren Daumen hoch \u201eCool\u201c! Ajdina schaute erstaunt und h\u00f6rte auf zu weinen. Die weitere Anpassung verlief dann ohne Probleme. \nNun verstand ich erst richtig, was mir die Mutter Nazgul erz\u00e4hlt hatte. Als sie mit Zhanyl schwanger ging und die Taubheit von Ajdina klar wurde, war sie fast ungl\u00fccklich, ein zweites Kind zu erwarten. Schon bald aber war sie \u00fcbergl\u00fccklich, war Zhanyl doch die beste und einzige Freundin von Ajdina geworden. \n<b>Im fernen Land wie zu Hause<\/b>\n Das gesamte Team am Klinikum war au\u00dfergew\u00f6hnlich hilfreich und freute sich \u00fcber die Familie, die sie anf\u00e4nglich f\u00fcr Chinesen hielten. Trotz der Sprachbarriere, vor der die Familie Bekbulatov vor Antritt der Reise die gr\u00f6\u00dfte Angst hatte, f\u00fchlten sie sich angenommen und geborgen. Dass wir vor der Abreise in der Pension Elisabeth noch einen Landsmann von ihnen kennenlernen durften, der regelm\u00e4\u00dfig von Wien nach Kirgistan reist, war ein Gl\u00fcckstreffer.<br \/>\n\nF\u00fcr die Nachsorge der kleinen Ajdina ist gesorgt und sie zeigt schon erste Fortschritte. Wir sprechen mindestens w\u00f6chentlich im Skype, sie artikuliert bereits ihre ersten Worte und die n\u00e4chste Anpassung ist auch schon geplant. \nDr. Dr. h.c. Monika Lehnhardt-Goriany November 2014 \n<p><!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ajdina Bekbulatova aus Bishkek (Kirgistan) bekam ihr Cochlea Implantat in St.P\u00f6lten, \u00d6sterreich. Ajdina war schon fast zwei Jahre alt als Mama Nazgul und Papa Kanat verstehen mussten, dass ihr erstgeborenes und lang ersehntes Kind an Taubheit grenzend schwerh\u00f6rig sei. Nazgul erwartete ihr zweites Kind und haderte mit Gott: \u201eWarum hat er gerade uns einen so &#8230; <a title=\"Eine gro\u00dfe Geschichte der kleinen Ajdina\u0411\u043e\u043b\u044c\u0448\u0430\u044f \u0438\u0441\u0442\u043e\u0440\u0438\u044f \u043c\u0430\u043b\u0435\u043d\u044c\u043a\u043e\u0439 \u0410\u0439\u0434\u0438\u043d\u044bEine gro\u00dfe Geschichte der kleinen Ajdina\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/schenken-sie-kindern-gehoer.net\/en\/2014\/12\/eine-grose-geschichte-der-kleinen-ajdina\/\" aria-label=\"Read more about Eine gro\u00dfe Geschichte der kleinen Ajdina\u0411\u043e\u043b\u044c\u0448\u0430\u044f \u0438\u0441\u0442\u043e\u0440\u0438\u044f \u043c\u0430\u043b\u0435\u043d\u044c\u043a\u043e\u0439 \u0410\u0439\u0434\u0438\u043d\u044bEine gro\u00dfe Geschichte der kleinen Ajdina\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":914,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pmpro_default_level":"","_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[182,87,154,82,77],"tags":[],"class_list":["post-2623","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aidina-2-kirgistan-en","category-ajdina-kirgistan-en","category-kinder-kirgistan","category-neuigkeiten-en","category-geschichten-en","pmpro-has-access"],"aioseo_notices":[],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9hvq3-Gj","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schenken-sie-kindern-gehoer.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2623","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schenken-sie-kindern-gehoer.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schenken-sie-kindern-gehoer.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schenken-sie-kindern-gehoer.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/914"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schenken-sie-kindern-gehoer.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2623"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/schenken-sie-kindern-gehoer.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2623\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schenken-sie-kindern-gehoer.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2623"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schenken-sie-kindern-gehoer.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2623"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schenken-sie-kindern-gehoer.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2623"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}